Jahresbericht 2026
Das Jahr der Superlative
Liebe Unterstützer*innen,
herzlich danke ich allen, die uns auch in diesem Jahr wieder geholfen haben, all unsere Projekte auszustatten, indem sie Bücher und Geld gespendet, bei verschiedensten Anlässen für uns gesammelt und uns ihre Zeit geschenkt haben.
Wir haben spannende Monate erlebt:
Eine der schönsten Nachrichten des Jahres kam im Februar von unserer Webdesignerin Julie Truchet (hoch soll sie leben!): „Wir sind online!“ Monatelang hatten wir getüftelt, um unsere Arbeit nachvollziehbar darzustellen.
Danke an Julie, die auch die monatlichen Aktualisierungen pro bono macht. Danke auch allen Testleser*innen.
Bitte nutzen Sie unsere Homepage.
Hier zum Beispiel kann man unsere aktuellen Projekte oder hier meine monatliche Kolumne verfolgen.
„Ich richte für die Schulspeisung einen 10-Euro-Dauerauftrag ein. Sobald ich es mir leisten kann, erhöhe ich.“ Das war einer der rührendsten Sätze.
Denn: Die dringendste Bitte erreichte uns im Frühjahr von unserer Partnerschule in Malawi, der Hampton Junior Primary School in Senga Bay. Schon einige Jahre ermöglichen wir dort vielen Schüler*innen Stipendien, aber was nützt ein kostenloser Schulplatz, wenn Eltern ihre Kinder aus der Not heraus zum Fischen schicken anstatt zur Schule?
Schließlich ist Malawi eines der ärmsten Länder der Erde.
Das Ehepaar Sangwani Sumani und Benjamin Manganda, die nächste Generation im Leitungsteam der Schule, bat uns, einen überdachten Essplatz auf dem Schulgelände und eine kostenlose tägliche Schulspeisung zu finanzieren.
Abgesehen davon, dass Essen das Mittel gegen Hunger ist, steigt durch diese Maßnahme erwiesenermaßen die Motivation für die armen Familien, ihre Kinder zur Schule zu schicken und möglichst den ganzen Tag dort zu lassen. Die ersten Monate haben genau dieses Ergebnis gebracht. Ja, wir haben etwas gegen Hunger und gegen schlechte Bildungschancen.
Wir brauchen für die Schule der Sumanis jetzt allerdings auch mehr Geld, jeden Monat 2.000 Euro.
Auch die überraschendste Entwicklung hat sich in Malawi ergeben.
Die meisten Menschen dort leben von Subsistenzwirtschaft, d. h. sie bewirtschaften ihr Land für den Eigenbedarf.
Mable Sumani wollte mehr. Um ein kleines Unternehmen aufzubauen, studierte sie Landwirtschaftsmanagement.
Sie ist sich bewusst, welche Chance sie bekommen hat dadurch, dass wir ihr Studium finanziert und ihr Startkapital gegeben haben, z. B. für einen tiefen Brunnen, ein effizientes Bewässerungssystem, ein Farmhaus.
Und dann ist da noch Mable Sumani in Malawi, deren Landwirtschaftsstudium wir in den letzten drei Jahren finanziert haben.
Mable grüßt nun als frischgebackene Agribusiness-Managerin. Das Foto zeigt sie auf dem Stück Land, das ihr ihr Vater (nicht ganz zufällig Schulleiter Sumani, s. o.) geben kann.
Mable hat jetzt eine profunde Ausbildung und ein großes Stück Land, und sie möchte mit dem, was sie im Studium gelernt hat, zu mehr Ernährungssicherheit in dem bitterarmen Malawi beitragen. Natürlich (!) bekommt sie kein Darlehen von einer Bank. Damals wie heute wendet sie sich an uns um Hilfe. Sie möchte auf einem Stück ihres Landes anfangen: den Boden anreichern, einen Brunnen bauen, für Bewässerung sorgen und eine Obst- und Gemüseproduktion starten. Wir möchten ihr Start-up unterstützen und geben ihre Bitte weiter!
Auch wer sich mehr für Mables Pläne mehr interessiert, kann sich gerne an mich wenden.
Und jetzt zu unserem (bisher und aktuell) größten Projekt! Wir haben einen neuen Bauplatz in Kasoa, Ghana. Hier sehen wir unseren bewährten Projektmanager Jerry Newton, der sich um alles vor Ort kümmert.
Auf dem Grundstück soll eine nagelneue integrative Schule für Menschen mit verschiedenen Behinderungsbildern entstehen, um Menschen wie Daniel durch qualifizierte Bildung zu einer gut fundierten Zukunft zu verhelfen.
So ungefähr (Projektion des Architekten) soll die neue Schule mal aussehen:
Im Moment wird am Fundament gearbeitet. Wir brauchen noch richtig viel Geld für Zement und die nächsten Schritte bis zur Fertigstellung der Schule, so 200.000 Euro etwa. Aber was ist dieser Betrag für eine ganze Schule, noch dazu für eine, die (wegen des integrativen Zuschnitts) ein Vorbild für andere Aktive werden kann?
Einer der schönsten Sätze des letzten Jahres war dieser: „Ich habe Geld geerbt. Ich brauche es nicht. Bitteschön!“ Dicht gefolgt von: „Sag Bescheid, wenn dir noch Geld fehlt.“
Ich fürchte, uns fehlt immer Geld.
Danke allen, die mit uns teilen. Kleine und große Summen.
Danke allen, die abgeben, weil sie etwas übrighaben.
Oder vielleicht sogar, weil sie merken, dass sie auf gar nichts verzichten müssen, wenn sie etwas freisetzen für Bausteine zugunsten der Zukunft anderer Menschen.
Herzliche Grüße
Heidi Stäger von Zukunfts-Bausteine e. V.