Jahresbericht 2022

Leute gibt’s

Sie schenken uns Bücher.

Viele.

Immer wieder. (1)                                                           

Sie erzählen ihren Freunden von uns.

Ihren Patienten.

Ihren Kunden.

Ihren Kollegen.

Ihren Familien.

 

Manchmal schenken sie uns auch Lego.

Einräder.

Kunstwerke.

Bobbycars.

Designermöbel.

Trikots für komplette Mannschaften. (2)

 

Sie bringen uns ihre eigenen Sachen.

Und die ihrer Nachbarn.

Und die von Fremden.

 

Zum Valentinstag (!) schenken sie uns Blumen.

Zu Ostern Schokolade.

Und zu Weihnachten was Selbstgemachtes.

 

Sie vertrauen uns Geld an.

Manchmal viel.

Manchmal spontan.

Manchmal wohlüberlegt.

                                     

Für Brunnen. (8)

Für Fenster. (3)

Für Stipendien.

Für Nähmaschinen. (5)

Für eine neue Schulbibliothek.

Für mehr Klassenräume. (4)

 

Sie sammeln für uns

an ihrem Geburtstag, 

bei ihrer Hochzeit,

beim Hauskonzert.

 

Sie fragen:

„Wie geht es Mable?“ (6)

„Und Sumanis Schule?“ (7)

„Alles klar auf Carolinas Baustelle?“ (4)

 

Was es doch für Leute gibt!

Was es doch für Menschen gibt!

                                        H.S.

Liebe Unterstützer und Unterstützerinnen,

so fasse ich meine Gefühle und Erfahrungen dieses vergangenen Jahres bei „Bücher zu Bausteinen“ zusammen.

Alle, denen ich hier schreibe, kommen irgendwo in diesen Geschichten vor.

Hier folgen ein paar Details:

(1) Unser Wohnzimmer-Shop:

Umzugskartons mit Büchern darin stehen in einem Wohnzimmer

(2) Hier auf dem Schulhof von Carolinas Schule (CIS) in Ghana wurde die Trikotspende des TV Bensberg sofort nach dem Auspacken eingesetzt. Wir konnten viel gutes Material für Kita und Schule hinschicken. Danke allen, die uns Wertvolles anvertrauten oder auch die Frachtkosten übernahmen.

Jugendliche Jungen mit Trikots in einem Innenhof

(3) Uns wurde immer bewusster: Die afrikanischen Länder erleben auch klimatische Veränderungen. Es wird heißer, windiger, feuchter, unberechenbarer. Wir zogen deshalb den Einbau von Fenstern und Türen bei Carolinas Schule vor, um das Hauptgebäude zu schützen. Besonderen Dank an alle vorweihnachtlichen Extra-Spender*innen.

Rot-weißes Gebäude mit zwei sichtbaren Etagen. Auf der oberen sind Personen, darunter Schulkinder, erkennbar.

(4) Anfang des Jahres dann wagten wir die Zusage an die CIS, auf dem Restgelände einen Anbau mit neuen Klassenräumen zu finanzieren, weil die sehr erfolgreiche Schule aus allen Nähten platzt.

Die CIS schafft es, die Kosten für den laufenden Betrieb selbst zu stemmen, sodass sie uns nur für die Infrastruktur braucht. Kurz nach Baubeginn trieb der Krieg in der Ukraine die Material- und Energiekosten so in die Höhe, dass sich die veranschlagten Kosten nach jetziger (!) Berechnung um 30 %  erhöhen. „Kauft Zement, soviel ihr lagern könnt“, baten wir.

Das Foto zeigt den aktuellen Stand auf der Baustelle. Wir sparen dafür, dieses Jahr zumindest noch das Dach draufsetzen zu können, damit die Räume  provisorisch benutzbar werden.

Die Außenmauern eines Gebäudes, im Aufbau, mit Gerüsten. Davor eine Palme. Zwei Personen stehen ebenfalls neben dem Gebäude.

(5) Die Nawii Kollection in Ghana unterstützen wir beim Kauf neuer Maschinen, damit junge Menschen zu Näher*innen ausgebildet werden können.

Das Foto zeigt den Chef Daniel Wiredu bei der Examensfeier von Josephine Teye, die ihre Ausbildung abgeschlossen hat und sich selbständig machen kann. Ja, Josephine ist weiß gepudert zur Feier des Tages. Sie trägt ihre eigene Kreation.

Ein Mann mit Brille spricht in ein Mikrofon. Vor ihm steht eine Frau, mit weißem Puder auf der Haut und einem weißen eleganten Kleid. Der Mann übergibt ihr ein Zertifikat.

(6) Salimu Bwanali konnten wir helfen, seine medizinische Ausbildung am Malawi College of Health Sciences zu bezahlen. Er wird nächstes Jahr fertig und hat gute Anstellungschancen. Hier ist er in Aktion:

(7)    Malawi ist eines der ärmsten Länder der Erde. Die Pandemie hat die Situation der Bevölkerung weiter verschlechtert, weshalb wir Sumanis Schule monatlich bei den laufenden Kosten unterstützen müssen. Hier ein Pausen-Foto.

Der Schulhof einer Schule, mit Kindern, die gelbe Gewänder tragen. Aus dem Boden ragen Autoreifen.

(8) Außerdem geben wir Sumanis Schule regelmäßig feste Summen für den Ausbau der Infrastruktur. Für die Trinkwasserversorgung baut Sumani im Moment diesen Brunnen. Wenn die optimale Bohrtiefe erreicht ist, wird er zudem einen Wassertank brauchen.

Zwei Personen stehen um einen Trinkwasserbrunnen herum. Um den Brunnen herum befinden sich verschiedene Pflanzen.

Vielen Dank all den Menschen, die Teil dieser konstruktiven Geschichten sind.

Danke, Britta Foundation.

Danke unseren Nachbarn Heidrun und Peter Paffenholz, die für uns Sachspenden annehmen und ins Haus stellen, wenn wir unterwegs sind.

Danke unseren Filialen in Wiesbaden (Anja Helmig), Wettenberg (die Feys), Leverkusen (die Wiredus) und in Winterscheid (Herr Steinheuser dort hat uns auch unseren Flyer geschaffen und macht so manche Extra-Tour).

Im Namen von „Bücher zu Bausteinen“ vielen Dank und herzliche Grüße!

Heidi Stäger

P.S.: 

Wir sammeln weiterhin Bücher, CDs und DVDs. Neuerdings auch wieder Schallplatten (diese mit Barcode, bitte).

In den nächsten Monaten nehmen wir auch vollständige Spiele sowie Playmobil und Lego an (wir machen also auch Bausteine zu Bausteinen).

Auch mit Geld kann man uns helfen.

P.P.S.:

Es gibt noch eine offene Geschichte, die bisher nur in der Möglichkeitsform erzählbar ist.

Sie geht so:

Eine Frau mit Braids und einem Tuch auf ihrem Dutt ist seitlich zu sehen und kümmert sich um eine große Pflanze vor ihr.

Das ist Mabel Sumani. Sie hat eine Ausbildung und Berufserfahrung im Bereich Landwirtschaft.

Sie hat auch einen Studienplatz an der Lilongwe University of Agriculture and Natural Resources, den sie annehmen könnte.

Ein Feld mit grünen Pflanzen. Hinten weitere Bäume. Oben der Himmel mit ein paar Wolken.

Ihr Vater, Schulleiter Sumani, hat 10 Hektar Land, das bisher kaum genutzt wird.

Mabel möchte Landwirtschaft studieren, um dieses Land effizient zu bewirtschaften. Sie könnte dort einen Betrieb aufbauen, der einen Beitrag zu mehr Ernährungssicherheit in Malawi leistet.

Was Mabel nicht hat, sind die 9.000 Euro, die das dreijährige Studium kostet. Sie braucht also 3.000 Euro jährlich – bei einem Jahresdurchschnittseinkommens von ca. 300 Euro in Malawi eine astronomische Summe.

Mabel bittet „Bücher zu Bausteinen“ um Hilfe, da sie weiß, dass Bildung und die Überwindung von Armut unsere Herzensanliegen sind.

Angesichts der Verpflichtungen, für die wir schon im Wort stehen, können wir nur an ihrer Stelle fragen: Gibt es Menschen, die Mabels Vision teilen und unterstützen können?

Wie geht Mabels Geschichte weiter?